gatePEOPLE – Bio.Kitchen

UnternehmerTUM startet neues öffentlich zugängliches Biotech-Labor im gate

Europas führendes Zentrum für Innovation und Gründung, UnternehmerTUM, hat ein öffentlich zugängliches Biotech-Labor eröffnet. In der Bio.Kitchen können Interessierte und Startups mit intelligenten Labortechnologien in Mikro- und Molekularbiologie sowie Biotechnologie experimentieren.

Jérôme Lutz und Rüdiger Trojok vom UnternehmerTUM und Michael Föhrenbach von der Firma Waldner (v.l.) haben die Bio.Kitchen gemeinsam mit den Partnern Sartorius und Wacker aufgebaut.

Die moderne molekulare Biologie hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Gleichzeitig hat sich die Labortechnik weiterentwickelt: Biologen und Chemiker können innovative Methoden mit einfachen finanziellen Mitteln nutzen. Statt teurer Großgeräte reichen heute schon herkömmliche Heimcomputer und miniaturisierte Labore in Mikrochipgröße aus, um zu experimentieren. »Die neuen Möglichkeiten und Arbeitsweisen bieten großes Potential – zum Beispiel für Medizin und Landwirtschaft«, schwärmt Rüdiger Trojok, Mitgründer und Laborleiter der Bio.Kitchen. »Züchtungsmethoden könnten verbessert oder neue Therapieansätze gegen Krankheiten gefunden werden.«

Von der Garage zum Weltkonzern

»Bei uns sind alle Talente willkommen, die Lust am Experimentieren mit Biotechnologien haben und ihre eigenen Ideen verwirklichen wollen, dafür aber weder an einer Hochschule noch in der Industrie Raum finden«, erklärt Trojok, der schon die Bundesregierung als Experte für Biotechnologie beraten hat. Vorbild sind Tech-Koryphäen wie William Hewlett, David Packard oder Steve Wozniak, die in der privaten Garage Ideen verwirklichten, aus denen sich später Weltkonzerne entwickelt haben.

»Nun haben wir erstmals auch für ambitionierte Biohacker nicht nur die passende Garage samt Ausrüstung parat«, so Jérôme Lutz, der die Bio.Kitchen zusammen mit Trojok gegründet hat, »sondern auch einen Ort, an dem man sein Wissen mit anderen Experten teilen kann.« Die Bio.Kitchen steht auch Startups, Unternehmen oder Forschungseinrichtungen offen, die mit jungen Biologen und Chemikern zusammenarbeiten wollen, um gemeinsam neue Produkte und Lösungen zu entwickeln.

Das DIY-Labor bietet alles, was man von der DNA-Sequenzierung bis zur Probenanalyse braucht. Darüber hinaus bekommen die Nutzer Zugang zu Europas größter Prototypen-Hightech-Werkstatt MakerSpace, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Labor befindet. Hier erhält jeder bei Bedarf die richtige Hardware für sein Projekt. Zusätzlich bietet UnternehmerTUM ein einzigartiges Netzwerk aus Industriepartnern, Wissenschaftlern, Investoren und Politikern. Auch bei der Sicherheit ist die Bio.Kitchen top: Die Arbeit im Labor beschränkt sich auf Organismen der Risikogruppe 1. Darunter fallen alle mikrobiologischen und molekularbiologischen Arbeiten, bei denen nicht von einem Risiko für die menschliche Gesundheit und Umwelt auszugehen ist. Wer in der Bio. Kitchen arbeiten will, muss einen Einführungskurs besuchen.

gateWAY 01.19: „Biohacking“

Biohacking ist der Schwerpunkt dieser Ausgabe. Was Biohacking genau bedeutet, warum man sich davor nicht fürchten muss und welches Potential in der Do-It-Yourself-Biologie steckt, können Sie im Leitartikel auf den Seiten 4 bis 7 lesen.

Außerdem finden Sie im Magazin ...